Die Heereskii stenbatterie auf dem Mont-Canisy

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6. Juni 1944, 5.30 Uhr

Bei Sonnenaufgang um 5.30 Uhr begannen die britischen Schlachtschiffe HMS WARSPITE und RAMILLIES mit der Bombardierung des Mont Canisy. Der Gegenangriff der deutschen Soldaten ließ nicht lange auf sich warten. Die Schiffe mussten daraufhin ihren Ankerplatz aufgeben und außer Reichweite fahren, wobei sie die Batterie weiter unter Beschuss nahmen. Gleichzeitig bombardierten Bombengeschwader der US Air Force die Heeresküstenbatterie. Aufgrund des schwachen Gegenschlags von deutscher Seite und der beschränkten Reichweite der Kanonen entschied der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte die Aufgabe der geplanten Kommandooperation zur Erstürmung der Batterie.
Der „große Berg“, der am westlichsten gelegene Teil des Hügels, der aus 110 Metern Höhe über das Meer und das Pays d’Auge ragt, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Während der Französischen Revolution wurde er in Parzellen eingeteilt, doch als sich der Boden als untauglich für die Ackerwirtschaft herausstellte, wurde der Hügel immer mehr für die Haltung von Ziegen und Schafen genutzt. Sogar Steinbrüche wurden in den Berg geschlagen, deren zu Tage geförderten Steine für den Bau der Villen an der späteren „Blumenküste“ und die Kiesel für die Aufschüttung der Straßen genutzt wurden. Schließlich entdeckte das Militär die Vorzüge dieser strategischen Position, nachdem bereits unter Ludwig XV. der Marineminister Monsieur de Choiseul Feldschlangen auf dem Berg aufstellen ließ, um die Handelsschiffe auf dem Fluss Touques zu schützen, die regelmäßig englischen Plünderern in die Hände fielen. Die französische Marine ließ in der Folge zum Schutz des Hafens von Le Havre und der Seinemündung von 1916 bis 1918 zwei zweigeteilte Batterien errichten.
Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden zwei weitere Batteriestellungen angelegt : die erste mit vier 13,8-cm-Kanonen auf dem Mont Canisy, die Ende 1938 einsatzbereit war, und die zweite mit drei 7,5-cm-Kanonen, die im Januar 1940 direkt am Meer eingerichtet wurde. Beide Batterien hatten den gleichen Zweck : den Schutz der Seinemündung und des Hafens von Le Havre. Die Stellungen wurden am 14. Juni 1940 von den Franzosen aufgegeben. Die deutschen Besatzungstruppen bauten den Berg daraufhin als eine der Anlagen des
Atlantikwalls festungsmäßig aus.
Aus dieser Epoche existieren noch zahlreiche Überreste, die sich auf der 25 Hektar großen Stätte des Mont Canisy verteilen und aus dem Hügel den am besten ausgebauten Stützpunkt zwischen Le Havre und Cherbourg machen. Die Kasematten und Schartenstände für 15-cm-Kanonen, der Unterstandbunker, die Ringstände und der Feuerleitstand sind heute noch im sehr guten Zustand erhalten.
Die herausragende Sehenswürdigkeit dieses an der normannischen Küste einzigartigen Bauwerks bleibt aber das Hohlgangsystem mit seinen 250 Meter langen Tunneln, 25 Kasernenhöhlen, 6 Treppen nach draußen und 25 Munitionsständen 15 Meter tief unter der Erde. Die Festungsanlage, die seit Anfang 1944 den Bombenangriffen der Alliierten ausgesetzt war und sich wegen der kurzen Kanonenreichweite zu weit von den Landungsstränden entfernt befand, spielte am 6. Juni 1944 nur eine untergeordnete Rolle gegenüber den besser bewaffneten Schlachtschiffen der Alliierten und den Bombengeschwadern, die von allen Seiten angriffen.
Die Besatzung, die in den folgenden Tagen noch weiter den alliierten Angriffen zu trotzen versuchte, gab die Stellung in der Nacht vom 21. auf den 22. August 1944 kampflos auf. Die Batterie war anschließend den verschiedensten Übergriffen ausgesetzt, darunter vor allem die Plünderung des gesamten Materials. An allen Bauwerken wurden jegliche Metallteile entfernt.
Der Verband der Freunde des Mont Canisy, der im Rahmen eines Abkommens mit dem Küstenschutzamt zusammenarbeitet, hat sich die Erhaltung der Stätte der ehemaligen Batterien zur Aufgabe gemacht. Seit 20 Jahren kümmert sich der Verband um die Freilegung der charakteristischen Bauwerke einer historischen Militärarchitektur und die Pflege und Sauberkeit der Stätte. Die freiwilligen Helfer bieten regelmäßig kostenlose Führungen der Außenanlagen und des Hohlgangsystems an.

Termine 2014 :

April : am 18. und 25. um 14.30 Uhr
Mai : am 7. und 16. um 14.30 Uhr
Juni : am 6 um 14.30 Uhr
Juli : am 4., 11., 18. und 25. um 14.30 Uhr
August : am 1., 8., 15., 22. und 29. um 14.30 Uhr
September : am 17. von 14.30 bis 17.30 Uhr
Oktober : am 24. um 14.30 Uhr

Sonntag, der 5. Juni: Gedenken in der Huldigung an die britischen Seemänner der Operation « Neptuns » um 9 Uhr an die Stele des Aussichtsturmes

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Auskünfte

Parkplatz vor Ort. Dauer der Besichtigung ca. 2 Stunden. Bringen Sie eine Taschenlampe mit.

amcinfos@wanadoo.frwww.mont-canisy.org

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